Seit Februar 2015 ist der adidas Ultra BOOST auf dem Markt und hat meinen alten Energy Boost als Lieblings-Laufschuh abgelöst. Ein großer Unterschied ist die komplett aus BOOST™ Dämpfungsmaterial bestehende Mittelsohle.

Dieses thermoplastische Polyurethan (entwickelt übrigens in Kooperation mit der BASF) bietet einige Vorteile, allen voran die Temperatur-Unabhängigkeit (verliert weder bei hohen noch bei niedrigen Temperaturen seine Wirkung) und die spürbare Energierückführung schon beim Gehen.

In der offiziellen Pressemitteilung zum Launch des Ultra BOOST hieß es:

„Tausende einzigartige Kapseln in der Zwischensohle liefern damit die höchste Energierückführung in der Laufbranche, die bei herkömmlichen EVA-Zwischensohlen deutlich verloren geht. Die Leistungsfähigkeit bleibt somit auch nach unzähligen Trainingskilometern und Laufsaisons unter allen Bedingungen konstant erhalten.“

Der adidas Ultra Boost im Detail


1. BOOST™ Foam dessen tausende kleine Kapseln bei jedem Schritt Energie speichern und beim Abdruck wieder freigeben
2. Dual-Density TORSION®SYSTEM (mit zwei TORSEN-Armen in der Ferse und im Mittelfuß) sorgt für eine hohe Stabilität und optimiert das Laufverhalten
3. Primeknit Obermaterial garantiert einen hohen Tragekomfort, da sich der Fuß bei der Bewegung ausdehnen kann
4. Strech-Web Außensohlenmaterial unterstützt das natürliche Abrollverhalten und verstärkt den Boost-Effekt
5. Externe Fersenkappe reduziert den Druck und sorgt für einen optimalen Komfort der Achillesferse
6. 10mm Sprengung

Der Ultra Boost bietet dank enganliegender Monosock eine extrem flexible Passform, deren Obermaterial aus sehr komfortablem (da elastischem) Primeknit besteht. Dabei werden Nähte vermieden, wie das folgende Video sehr schön zeigt:

Der adidas Ultra BOOST im Test


Der erste Eindruck, vor allem optisch, ist durchweg positiv. Da in letzter Zeit extrem knallige Farben den Boden treten fällt der Ultra Boost durch das dunkle Violett/Schwarz fast schon wieder auf.

Allerdings wird adidas hier natürlich nachlegen und auch farbige Modelle auf dem Markt schmeißen. Das ändert jedoch nichts am hochwertigen Eindruck, der bei einem stolzen Preis von derzeit rund 180€ zu erwarten ist.

Beim Reinschlüpfen hält das gute Gefühl an. Der Schuh bietet deutlich mehr Platz im Vorfußbereich, speziell für die Zehen. Das Primeknit Upper ist tatsächlich so bequem wie adidas es behauptet und passt sich der Fußform sehr gut an.

Einziges Manko hierbei ist die Atmungsaktivität, die bei kalten Temperaturen und viel Wind den Fuß gut „kühlt“. Aber gut, das hab ich vor allem beim Alltagstest gespürt, beim Laufen selbst fällt es kaum auf. Nur bei Regen dürfte es problematisch werden, aber das gilt wohl für alle Laufschuhe, die nicht mit Gore-Tex oder ähnlichem Wasserschutz ausgerüstet sind.

Und apropos Alltag: Der Schuh macht nicht nur an Sportlerfüßen eine gute Figur, sondern bietet sich auch als Every-Day-Schuh an. Luxus für die Füße schadet schließlich keinem von uns, erst recht nicht, wenn wir den ganzen Tag nur im Büro sitzen…

Beim Laufen selbst war ich skeptisch, wie lange die Sohle hält. Sie ist sehr dünn und das BOOST™ Dämpfungsmaterial sehr weich. adidas bewirbt ihn als „Komfortschuh“ und empfiehlt ihn für Langstrecken auf festen Straßen. Denselben Eindruck hatte auch ich, nachdem ich verschiedene Untergründe gelaufen bin:

1. Auf asphaltierten/betonierten Straßen bieten die Schuhe ein hervorragendes Laufgefühl.
2. Für Waldspazierwege eignen sie sich ebenfalls gut, wobei sich größere Steine ggfs. ins BOOST™ eindrücken – also aufpassen!
3. Über Stock und Stein auf Trails sind die adidas sehr agil, aber von der Sohle her gegenüber ausgewiesenen Trailschuhen jedoch im Nachteil.

Für hohes Tempo ist der Schuh meiner Meinung nach nicht ideal, wenngleich es sich trotz der 10mm Sprengung gut auf dem Vorfuß laufen lässt. Für lange Strecken hatte ich bisher einen adidas Energy Boost an, doch der neue Ultra Boost ist der beste Schuh, den ich bisher getragen habe. Kein Scherz!

Wer zum Mittelfuß- oder Rückfußlauf tendiert, stört sich womöglich am Boost-Effekt. Kilometerfressende Freizeitläufer mit neutraler Fußstellung werden diesen Schuh hingegen lieben - unabhängig von ihrer Erfahrung oder ihrem Leistungsniveau!