Die Dolomiten sind mit die prägnantesten Berge in den Alpen. Sicherlich hat jeder schon mal zumindest ein Bild von den Zinnen gesehen, die wie Türme in den Himmel ragen. Die Bergkette ist durch den Wechsel zwischen steilen Hängen, sanften Hügeln und den vielen Tälern schon lange ein beliebtes Gebiet zum Wandern. Neben den vielen Gipfeln lädt auch die ein oder andere Hütte zu einer Wanderung ein. Teile der Dolomiten gehören mit ihrer einmaligen Natur bereits seit 2009 in das UNESCO Weltkulturerbe.

Neben den fast unzähligen Tages-Wanderungen gibt es auch verschiedene Mehrtagestouren, die durch die norditalienischen Berge führen. Eine der bekanntesten Routen ist der sogenannte Alta Via. Der Name bedeutet einfach "hoher Weg" auf Lateinisch und das trifft definitiv zu. Unsere Freunde von Salewa sind den Alta Via gegangen und haben uns von ihrer Wanderung erzählt. Unsere erste Reaktion war "Wow, das will ich auch machen".

Wolltet ihr auch schon länger mal eine mehrtägige Trekking-Tour machen? Dann wollen wir euch hier die Etappen des Alta Via vorstellen. Allerdings sollte diese Tour nur von erfahrenen Wanderern angegangen werden. Nicht so erfahrenen Bergsportlern würden wir einen Bergführer empfehlen. Die beste Zeit für die Wanderung liegt zwischen Juni und September.

Alta Via - Die Mehrtagestour

Insgesamt ist die Trekking-Tour eine Durchquerung der Dolomiten von West nach Ost. Innerhalb von 8 Tagen legt man auf der Wanderung etwa 150km Strecke, 9000hm Aufstieg und 8500hm Abstieg zurück. Belohnt wird man mit einem ständigen Panorama in den Pragser und Sextener Dolomiten, viel Abwechslung und tollen Hütten.

Wir erklären euch die Alta Via Höhenweg Trekking Tour durch die Dolomiten anhand von zehn Etappen. Neben den acht Tagestouren sind auf dem Weg noch zwei schöne Gipfel, die man mitnehmen kann. Vielleicht geht es euch ja ähnlich wie uns und ihr seid direkt Feuer und Flamme für die Wanderung.

Startpunkt St. Zyprian
1070m ü. NN
Höhenmeter ↑ 9000 hm
↓ 8500 hm
Ziel Talschluss Hütte
1548m ü. NN
Dauer 8 Tage Strecke ca. 150 km Schwierigkeit Schwer schwer

Alta Via 8 Tage wandern in den Dolomiten Alpen in Italien

1. Etappe: St. Zyprian - Grasleitenhütte

Startpunkt der ganzen Tour ist ins St. Zyprian, das etwas östlich von Bozen liegt. Von dem Parkplatz in der Via San Cipriano geht es Taleinwärts durch das wunderschöne Tschamintal in den Nationalpark Schlern-Rosengarten. Der Nationalpark ist ein Teil der Dolomiten der vom UNESCO Weltkulturerbe geschützt wird. Ein herrliches Stück Natur. Weiter geht es über Almwiesen bis zum Rechten Leger.

Von dort führt der Weg über das Bärenloch hinauf auf eine recht steile Geländeschulter. Von oben kann man einen Blick in das schöne Grasleitental geniesen. Der letzte Teil der Etappe führt über Almwiesen erst ein Stück bergab und dann fast eben bis hin zur Grasleitenhütte auf 2165m ü. NN. Insgesamt ist man etwa drei bis dreieinhalb Stunden unterwegs, steigt etwa 1100hm auf und 40hm ab.

Auf der Grasleitenhütte kann man wunderbar einkehren. Die Hütte wird auch oft als Ausgangspunkt für Klettertouren genutzt. Es lohnt sich also im Voraus Schlafplätze zu reservieren. Oben angekommen endet die erste Etappe schon. Zusammen mit der Anfahrt hat man an dem Tag aber sicherlich schon einiges erlebt. Den ersten Blick auf die Berge und die umwerfende Natur konnte man aber auch schon genießen. Das bestätigt einen wieder, warum man diese Tour überhaupt macht.

Startpunkt Via San Cipriano
1070m ü. NN
Höhenmeter ↑ 1100 hm
↓ 40 hm
Ziel Grasleiten Hütte
2165m ü. NN
Dauer 3,5 Stunden Strecke 8km Schwierigkeit Mittel mittel

2. Etappe: Grasleitenhütte - Friedrich-August-Hütte

Die erste längere Etappe ist gleich eine Panorama-Tour vom Feinsten. Von der Grasleitenhütte steigt man vorerst in den Grasleitenkessel ab, bevor es steil bergauf auf den Molignon-Pass auf 2598m ü. NN geht. Von dort geht es wieder ein Stück bergab zur Tierser Alp (2440m ü. NN) ins Durontal. Entlang der Südflanke des Lankofelmassivs geht es über den Friedrich-August-Weg hinauf zur gleichnamigen Friedrich-August-Hütte.

Die Tour ist wiegesagt sehr aussichtsreich mit ständigem Ausblick auf den Schlern und die Langkofelgruppe. Zudem kommt man immer wieder an blühenden Almwiesen mit gelbem Enzian und Edelweiß vorbei. Gleichzeitig kommt man immer wieder an Felsvorsprünge unter denen man sich ab und an auch durchbücken muss. Die Wanderung ist zwar teilweise mit engen Wegen aber ansonsten nicht sehr schwer zu gehen, eher etwas zum Genießen.

Entlang der Strecke gibt es immer wieder schöne Einkehrmöglichkeiten und spätestens auf der Friedrich-August-Hütte kann man im Ziel der Etappe bei einer schönen Jause die Wanderung beenden. Nach etwa sechs Stunden, 1016hm Auf- und 552hm Abstieg hat man sich die auch redlich verdient.

Startpunkt Grasleiten Hütte
2165m ü. NN
Höhenmeter ↑ 1016 hm
↓ 552 hm
Ziel Fr.-August-Hütte
2290m ü. NN
Dauer 6 Stunden Strecke 14,5km Schwierigkeit Mittel mittel

3. Etappe: Friedrich-August-Hütte - Franz-Kostner-Hütte

Bei dieser Etappe wird die Trekking-Tour das erste Mal etwas anspruchsvoller und kräftezehrender. Von der Friedrich-August-Hütte steigt man erst ein Stück ab bis es über den Pößnecker-Klettersteig wieder hinauf geht. Der Klettersteig ist teilweise ausgesetzt, was die Wanderung schwieriger macht. Auch deswegen hatten wir euch eingangs empfohlen die Trekking-Tour nur als Berg-Erfahrener bzw. mit Bergführer anzugehen.

Der Klettersteig führt hinauf auf den Piz Selva auf 2941 m ü. NN. Von dort aus geht es über die Sellahochebene relativ gemütlich zur Bambergerhütte und um den Sellastock herum hinauf zum Piz Boé. Der Gipfel liegt auf 3152 m ü. NN und garantiert ein absolut überwältigendes Panorama. Der letzte Teil der Etappe führt über Schotter steil hinab bis zur Franz-Kostner-Hütte auf 2500m ü. NN.

Bei der anstrengen Tour macht man innerhalb von circa neun Stunden 1250hm Aufstieg und 1040hm Abstieg gut. Die Tour, die Aussicht und der Gipfel sind es aber auf jeden Fall wert sich die anspruchsvolle Wanderung anzutun.

Startpunkt Fr.-August-Hütte
2290m ü. NN
Höhenmeter ↑ 1250 hm
↓ 1040 hm
Ziel Franz-Kostner-Hütte
2500m ü. NN
Dauer 9 Stunden Strecke 12,7km Schwierigkeit Schwer schwer

Alta Via Outdoor Tour Wandern in Italien Dolomiten

4. Etappe: Franz-Kostner-Hütte - Fanes Hütte

Nach der anstrengenden dritten Etappe wartet die vierte mit viel Abwechslung und weniger schwierigen Passagen auf. Wieder steigt man anfangs von der Franz-Kostner-Hütte etwas ab bis zum Campolongo-Pass. Von dort geht es weiter über die blühende Pralongiá Hochebene bis zur Capanna Alpina. Dort angekommen führt der Weg weiter über Scotoni-Hütte vorbei an dem glasklaren Lagazuoi See über die Forcella di Lech und das Limojoch zum Etappenziel, der Fanes Hütte.

Die Fanes Hütte wurde bereits 1928 erbaut und liegt im wunderschönen Naturpark Fanes Sennes Prags über St. Vigil in Südtirol. Die Wanderung zu der traditionsreichen Hütte kann kaum abwechslungsreicher sein. Von blühenden Almwiesen zu schroffen Felswänden und spiegelglatten Bergseen kann die Tour mit allem überzeugen.

Insgesamt ist es also eher eine Etappe zum Genießen. Innerhalb der neun Stunden steigen man zwar 1170hm auf, dafür aber auch 1610hm ab. Die Beine werden es euch danken, schließlich ist damit noch nicht einmal die Hälfte der Trekking Tour geschafft.

Startpunkt Franz-Kostner-Hütte
2500m ü. NN
Höhenmeter ↑ 1170 hm
↓ 1610 hm
Ziel Fanes Hütte
2060m ü. NN
Dauer 9 Stunden Strecke 20,7km Schwierigkeit Mittel mittel

5. Etappe: Fanes Hütte - Seekofelhütte

Ein zweites Mal auf der Trekking-Tour erwartet einen bei dieser Etappe ein Klettersteig. Diesmal ist er allerdings weniger anspruchsvoll, sondern eher als leichte Klettersteig-Einlagen zu sehen. Das Highlight der Wanderung sind sicherlich die Fanes Fälle. Doch beginnen wir vorne.

Von der Fanes Hütte als Startpunkt geht es entlang des Fanesbachs in das Fanes Tal hinein. Von dort führt der Weg über den Giovanni-Barbara-Klettersteig zu den imposanten Fanes Fällen in die Schlucht. Geht man durch das Valon Scuro, oder dunkles Tal, gelangt man zur Ra Stua Hütte auf 1695m ü. NN. Von da aus geht es steil bergauf durch den Gebirgskessel und vorbei an den Foses-Seen. Der Endpunkt der Etappe liegt auf 2327m ü. NN und nennt sich Seekofelhütte.

Diese Wanderung führt einmal quer durch den Nationalpark Fanes-Sennes-Prags. Während der etwa acht Stunden langen Wanderung sieht man über 1450hm Auf- und 1180hm Abstieg eine atemberaubende Natur.

Startpunkt Fanes Hütte
2060m ü. NN
Höhenmeter ↑ 1450 hm
↓ 1180 hm
Ziel Seekofel Hütte
2327m ü. NN
Dauer 8 Stunden Strecke 13km Schwierigkeit Mittel mittel

Alta Via in den Dolomiten in Italien Wandern über 8 Tage

6. Etappe: Pragser Dolomiten, Seekofel

Diese Etappe ist eine der angesprochenen Zusatz-Wanderungen, um den Seekofel Gipfel mitzunehmen. Man kann sie natürlich innerhalb des Alta Via Höhenweg auch auslassen, wir würden sie aber schon allein wegen des grandiosen Panorama-Blicks jedem ans Herz legen.

Von der Seekofelhütte geht es tief und steil in die Pragser Dolomiten. Vom Pragser Wildsee, der allein schon eine Reise wert ist, führt der Weg hinauf auf den Seekofel auf 2810m ü. NN. Insgesamt ist es eine sehr abwechslungsreiche aber auch knackige Wanderung. In etwa acht Stunden steigt man dabei 1380hm auf und wieder ab. Wie gesagt ist aber der Pragser Wildsee, die Pragser Dolomiten allgemein aber vor allem der Ausblick vom Seekofel es auf jeden Fall Wert.

Startpunkt Pragser Wildsee
1494m ü. NN
Höhenmeter ↑ 1380 hm
↓ 1380 hm
Ziel Pragser Wildsee
1494m ü. NN
Dauer 8 Stunden Strecke 16km Schwierigkeit Mittel mittel

7. Etappe: Seekofelhütte - Dürrensteinhütte

Von der Seekofelhütte führt der Alta Via steil hinauf über schroffes Felsgelände und Geröllfelder, bevor man hinab zur Rossalm steigt. Weiter geht man vorbei an der Roten Wand und über das Almengelände der Platzwiese zur Dürrensteinhütte hin. Die Hütte liegt auf 2040m ü. NN und ist vom Startpunkt in etwa siebeneinhalb Stunden erreichbar.

Das Besondere bei dieser Wanderung ist, dass man hier entlang der Spuren der Transhumanz geht. Tranhumanz ist eine jahrhundertalte traditionelle Wanderweidewirtschaft. Dabei wird das Vieh mehrmals jährlich zu teilweise weit entfernten Weideplätzen getrieben. Man erlebt so die Geschichte der Bergvölker quasi im Vorbeiwandern.

Startpunkt Seekofel Hütte
2327m ü. NN
Höhenmeter ↑ 950 hm
↓ 1240 hm
Ziel Dürrenstein Hütte
2040m ü. NN
Dauer 7,5 Stunden Strecke 13,5km Schwierigkeit Mittel mittel

8. Etappe: Dürrenstein

Diese Wanderung ist die zweite optionale Tour auf dem Alta Via Höhenweg. Die Etappe hat den Dürrenstein Gipfel als Ziel. Wieder können wir jedem nur empfehlen diesen zusätzlichen Weg auf sich zu nehmen. Von kaum einem anderen Punkt hat man einen besseren Blick auf die Drei Zinnen. Welcher Blick ist mehr charakteristisch für die Dolomiten?

Natürlich kann man den Dürrenstein auch extra besteigen oder eben in die Tour integrieren. Vom Berggasthof Plätzwiese geht man eine relativ einfache Wanderung hinauf auf den Dürrenstein auf 2839m ü. NN. Insgesamt kann man den Gipfel innerhalb von etwa 4 Stunden erreichen, da es lediglich 850hm Auf- und Abstieg sind. Nehmt den Gipfel auf jeden Fall mit und ihr bekommt ein Postkarten würdiges Bild der Dolomiten und der Drei Zinnen.

Startpunkt Berggasthof Plätzwiese
2000m ü. NN
Höhenmeter ↑ 839 hm
↓ 839 hm
Ziel Berggasthof Plätzwiese
2000m ü. NN
Dauer 4 Stunden Strecke 4,5km Schwierigkeit Mittel mittel

Alta Via Dolomiten Wanderung in Italien über 8 Tage mit Salewa

9. Etappe: Dürrensteinhütte - Dreizinnenhütte

Die letzte richtig lange Wanderung auf dem Alta Via Höhenweg führt von der Dürrensteinhütte zur Dreizinnenhütte. Vom Startpunkt aus geht es über das Strudelkopfplateau hinauf auf den Strudelkopf auf 2307m ü. NN. Von da ab geht es hinab in das Höhensteintal zum Dreizinnenblick und wieder bergauf zur Dreizinnenhütte. Für eine weitere Einkehrmöglichkeit kann man auch zur Langalm am Fuße der Drei Zinnen abbiegen.

Insgesamt ist es eine lockere aber herrliche Wanderung mit großartigem Blick und toller Natur. Alles in allem geht man etwa sieben Stunden mit 1580hm Auf und 1180hm Abstieg. Die Dreizinnenhütte ist dann der letzte Übernachtungspunkt vor der finalen Etappe.

Startpunkt Dürrenstein Hütte
2040m ü. NN
Höhenmeter ↑ 1580 hm
↓ 1180 hm
Ziel Dreizinnen Hütte
2438m ü. NN
Dauer 7 Stunden Strecke 15,2km Schwierigkeit Mittel mittel

10. Etappe: Dreizinnenhütte - Talschlusshütte

Den Abschluss des Alta Via Höhenweg bildet ein Klassiker im Naturpark Drei Zinnen. Auf leichtem Weg geht es von der Dreizinnenhütte hinab zu den Bödenseen und zum Büllejoch. Hauptsächlich abwärts geht man von da weiter über einen Bergpfad zur Zsikmondy-Comici-Hütte hinab ins Fischleintal. Endpunkt der Trekking-Tour ist die Talschlusshütte.

Diese letzte Etappe schafft man in etwa vier Stunden zu gehen, da es nur 250hm aufwärts aber dafür 1240hm bergab geht. An der Talschlusshütte angekommen kann man sich eine schöne Mahlzeit gönnen und die Tour Revue passieren lassen.

Startpunkt Dreizinnen Hütte
2438m ü. NN
Höhenmeter ↑ 250 hm
↓ 1180 hm
Ziel Talschluss Hütte
2165m ü. NN
Dauer 4 Stunden Strecke 5,5km Schwierigkeit Einfach leicht

Fazit

Man muss schon festhalten, dass der hier beschrieben Alta Via Höhenweg sicher eine der härteren und anspruchsvolleren Trekking-Touren ist. Acht Tage mit 150km, 9000hm Auf- und 8500hm Abstieg wandern ist nicht für jeden ohne Probleme schaffbar. Allerdings ist die Wanderung quer durch die Pragser und Sextener Dolomiten auch bestimmt einer der schönsten.

Die abwechslungsreiche Natur, die atemberaubenden Panorama-Blicke und die pure Schönheit der Dolomiten kann hier wirklich in der Gesamtheit genießen. Egal für welche Tour ihr euch letztendlich entscheidet können wir jedem empfehlen eine Mehrtagstour zu unternehmen. Man erlebt die Berge, die Natur und die Hütten in ihrer Vollkommenheit ganz neu.

Welche Tour würde euch am meisten Reizen? Oder was war bisher eure schönste Wanderung?

Alta Via Wanderung 8 Tage Outdoor Tour in Italien mit Salewa

Fotos: Salewa/Anton Brey