Wer Nadal schon in Aktion gesehen hat, kennt diese Schlagtechnik. Im modernen Tennis kommt kaum noch ein Spieler um die Topspin-Vorhand herum, wird er doch mittlerweile schon in Lehrgängen für Trainerlizenzen intensiv thematisiert.

Der Topspin ermöglicht es, Bälle auch bei hoher Geschwindigkeit noch im gegnerischen Feld zu platzieren mit dem zusätzlichen Effekt, dass der Absprungwinkel im Vergleich zum Aufprallwinkel flacher ist, wodurch der Gegner weniger Zeit zum Reagieren hat. Dieses Verhalten wird durch die Bodenreibung weiter begünstigt und ist demnach auf Sandplätzen am stärksten.

Wer war doch gleich der Sandplatz-Spezialist? Ach ja, Rafael Nadal…

Alles kein Problem denkt sich jetzt der Hobbyspieler, wo es inzwischen spezielle Spin-Schläger gibt. Hersteller wie Wilson unterstützen mit Technologien wie dem „Spin Effect“ das moderne Tennisspielen mit Topspins. Dennoch ist diese Annahme weit verfehlt! Alleine der passende Schläger mit Spin-Unterstützung reicht natürlich noch nicht aus um wie Nadal zu spielen, vielmehr kommt es auf die richtige Technik an! Dazu gehören ein sauberer Schwung, gute Beinarbeit und ein stabiler (Ober)Körper.

Die Topspin-Technik


Schwungbewegung


Das entscheidende Element beim Topspin ist die Schlägerführung von unten nach oben über den Ball, wie eine „Wischbewegung“. Bei der gesamten Ausholbewegung ist der Schläger also stets unterhalb des voraussichtlichen Treffpunkts. Während des Schlags wird der Unterarm rotiert, genauer gesagt proniert (d.h. die Speiche dreht um die Elle), wodurch dem Ball die nötige Vorwärts-Rotation mitgegeben wird. Je schneller die Bewegung ist, desto stärker ist der Spin-Effekt.

Wer sich intensiver mit dem Prinzip des Spins beschäftigen will, der sollte sich dazu den „Magnus-Effekt“ näher anschauen.

Weiter ist eine runde, schleifenförmige Ausholbewegung wichtig, deren Fluss nicht unterbrochen werden darf. Der Oberkörper bleibt während des Schlags stabil, die Bauchmuskeln sind hierfür angespannt. Ausgeschwungen wird im Freizeitspieler-Bereich in der Regel über die Schulter, im Profibereich eher in Richtung Ellenbogen des Nicht-Schlagarms.

Beinarbeit


Aus der beschriebenen Schwungbewegung ergibt sich bereits ein Teil der Beinarbeit: um „unter den Ball“ zu gelangen müssen die Knie gebeugt werden und um den Schläger über den Ball zu wischen ist ein kräftiger Abdruck mit Beinstreckung notwendig.

Ob die Topspin-Vorhand dann aus der Neutralstellung, der halb- oder komplett offenen Stellung gespielt wird ist jedem selbst überlassen bzw. von der Spielsituation abhängig.

Egal welchen Stil du bevorzugst, wir wünschen dir viel Spaß beim Tennisspielen!