Die Bezeichnung "Fahrradcomputer" war wohl noch nie so zutreffend wie beim neuen Garmin Edge 1030 Plus. Der schier unendliche Funktionsumfang des Geräts übertrifft alles, was bisher am Markt war. Keller Sports Pro Martin hat sich das Garmin Gerät genauer angeschaut und auf einer Biketour ausführlich getestet.

GARMIN Edge 1030 Plus Fahrradcomputer (schwarz) 599,90 €
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GARMIN Edge 1030 Plus Bundle Fahrradcomputer (schwarz) 679,90 €
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Der Garmin Edge 1030 Plus Fahrradcomputer

Natürlich kann man den Garmin Edge 1030 Plus einfach aufdrehen, die Satelliten orten und losfahren. Dann zeichnet der Computer sämtliche Daten während des Fahrens auf, holt sich ganz ohne Sensoren alle Parameter über GPS und nach der Aktivität hat man schön gesammelt alles beinander, was man über seine Fahrt wissen möchte: Geschwindigkeiten, Distanzen, Minimal- und Maximalwerte, und vieles mehr. Soweit so gut - das können so gut wie alle GPS-unterstützen Radcomputer, die am Markt sind.

Beim Garmin Edge 1030 Plus beginnt an dieser Stelle allerdings erst die Liste der Funktionen, mit denen das Gerät den Fahrer und die Fahrerin auf dem Bike unterstützen will. Es würde an dieser Stelle zu weit führen, auf jede Funktionalität im Detail einzugehen - dazu sind es tatsächlich zu viele. Vielmehr picken wir ein paar heraus und prüfen diese auf ihre Sinnhaftigkeit und Funktion in der Praxis.

Keller Sports Pro Martin testet den Garmin Edge 1030 Plus Fahrradcomputer mit GPS Navigation und weiteren Sensoren und Zubehör auf dem Fahrrad 2020

Die Funktionen des Garmin Edge 1030 Fahrradcomputers

Äußerst praktisch sind beispielsweise unterschiedliche Alarme, die man dem Garmin Edge 1030 Plus beibringen kann. So kann das Gerät warnen, wenn man einen bestimmten Wert bei Herzfrequenz oder Watt über- oder unterschreitet, man kann sich Countdowns und zeitliche Limits einstellen oder aber auch Alarme, die kalorienbezogen funktionieren. Im Normalfall ist dafür zumindest eine Herzfrequenzmessung notwendig oder sinnvoll, ansonsten ist die zugrundeliegende Messung zu ungenau.

Dann aber kann man sich zum Beispiel alle 60 Minuten oder eben alle 500 Kalorien vom Garmin Edge 1030 Plus daran erinnern lassen, etwas zu sich zu nehmen und so den Körper am Laufen zu halten. Wie oft hat man in der Hitze des Gefechts schon vergessen zu essen oder zu trinken und später dafür die Rechnung präsentiert bekommen?

Eine weitere Funktion werden vor allem diejenigen zu schätzen wissen, die oft in unterschiedlichen Regionen unterwegs sind, sich aber nicht allzu sehr mit der Routenplanung befassen wollen. Hier kann der Garmin Edge 1030 Plus (und übrigens auch viele andere Edge Modelle) eine Auswahl von Routen vorschlagen. Dazu gibt man ungefähre Wunschlänge und Schwierigkeit an und der Computer sucht aus beliebten Routen und auf Basis der gewünschten Parameter drei Routen heraus, die direkt beim eigenen Vorderreifen starten und im Regelfall auch recht brauchbar sind.

Natürlich sind auch diesem System Grenzen gesetzt: Wählt man inmitten einer Stadt eine 40 Kilometer lange Route aus, so wird diese zwangsläufig nicht allzu weit aus der Stadt herausführen und so auch eventuell den einen oder anderen unattraktiven Abschnitt enthalten. Bei etwas größeren Distanzen bezieht der Garmin Fahrradcomputer allerdings tatsächlich beliebte und schöne Abschnitte in die Routenplanung mit ein.

Die GPS Navigation funktioniert wie für Garmin Geräte üblich mit vielen Karten einwandfrei auf dem Fahrrad 2020

Trainieren mit dem Garmin Edge 1030 Fahrradcomputer

Auf den ersten Blick etwas komplex wirkt der Abschnitt, in dem Trainings vorgeschlagen und abgearbeitet werden können. Auf Basis der bisherigen Leistungsdaten und den Erfahrungen aus den vergangenen Ausfahrten generiert der Garmin Edge 1030 Plus bei jeder Ausfahrt einen Trainingsvorschlag und zeigt diesen zum Start an. An diesen muss man sich natürlich nicht halten und wer sich bevormundet fühlt, kann diesen Tipp natürlich auch abstellen.

Wer sich lediglich von seinem eigenen Trainingsplan bevormunden lassen will, der kann diesen selbstverständlich in das Edge-Universum integrieren. Die entsprechenden Trainingseinheiten werden dann angezeigt, können ausgewählt und gefahren werden. Dabei wechselt das Display des Garmin Edge auf die Trainingsansicht - bei wattgesteuertem Training wird der Watt-Bereich vorgegeben, bei Herzfrequenzsteuerung der HF-Bereich. Dauer und Intensität der Trainingsblöcke und Intervalle sind unten am Bildschirm zusammengefast, sodass man noch weiß, was auf einen zukommt.

Apropos wattgesteuertes Training: Wer die Powermeter-Pedale aus dem Hause Garmin verwendet kommt in den Genuss einer detaillierten Anzeige der Power inklusive der sogenannten "Cycling Dynamics". Diese stellen neben der Leistungsentfaltung auch den runden Tritt, Zug- und Druckphasen und weitere Parameter dar. Ehrlicherweise ist es mitunter etwas schwierig, aus den so generierten Daten auch einen tatsächlichen Nutzen zu ziehen, aber es sieht zumindest mal sehr schön aus!

Das Training kann mit den vielen Sensoren des Garmin Edge 1030 Plus Fahrradcomputer auch auf der Bike Strecke 2020 gut überwacht werden

Weitere Features des Garmin Edge 1030 Fahrradcomputers

Garmin hat traditionell Zugang zu sehr gutem Kartenmaterial, dementsprechend ist die Navigation und Kartendarstellung auf dem großen Farbdisplay eine Freude. Man kann sich anhand der Karte auf dem Display weiterarbeiten oder man fährt der zuvor festgelegten Route nach, die als blauer oder violetter Strich auf der Karte erscheint. Abbiegehinweise waren verlässlich angezeigt, die Distanz bis zur nächsten Abzweigung gibt Gewissheit über die Route und mittels Rein- und Rauszoomen kann man sich ein gutes Bild über die Gesamtsituation machen.

Serienmäßig eingeschaltet ist beim Garmin Edge 1030 Plus die Funktion, die größere Anstiege in der Route hervorhebt und groß auf das Display spielt, wenn man sie befährt. Es erscheint eine eigenen Seite auf dem Computer mit dem Höhenprofil, den Schwierigkeiten, der restlichen Distanz und der verbleibenden Steigung (in Prozent und absolut in Metern). Somit kann man sich auf den Anstieg konzentrieren und kann Meter für Meter seinen Fortschritt beobachten. Sollte im Abschnitt eine Abzweigung kommen, switcht der Computer kurz zurück zur Kartenansicht.

Und in dieser Lesart würde es hier weitergehen: Indoor-Trainings, Darstellung von eingehenden Nachrichten vom Telefon, MTB-Downhill-Analyse, Notfall- und Notruffunktionen, Fahrrad-Diebstahlalarm, spezielle E-Bike Statusseiten und noch vieles mehr. Der Umfang ist kurz davor zu überfordern, Funktionen die man nicht benötigt, lässt man aber einfach links liegen und so "stören" sie nicht weiter. Ob man die angebotenen Funktionen tatsächlich braucht, ob sie unterstützen oder manchmal eher ablenken, das muss jeder und jede für sich selbst entscheiden. Die Grundfunktionalitäten des Garmin Edge 1030 Plus finden sich in einer oder anderer Form ja auch in den etwas kleineren Edge-Modellen, da lohnt sich eventuell ein Blick auf das gesamte Sortiment, um die ideale Lösung zu finden.

Ein Feature, das hingegen nur der Garmin Edge 1030 Plus mitbringt und das ihn tatsächlich ganz alleine auf ein Podest stellt, ist die Akkulaufzeit. Die Werksangabe lautet 24 Stunden und wir alle wissen, dass diese Angaben meist nicht unbedingt auch und er Realität zu erreichen sind. In Keller Sports Manier werden aber natürlich auch diese Limits getestet! Bei einer Teilnahme bei der Race Around Austria Challenge war ich 26,5 Stunden lang durchgehend im Sattel - mit Navigation, Herzfrequenzmessung und aktivem Powermeter. Im Ziel hatte der Garmin Edge 1030 Plus noch 27% Akkukapazität übrig - die Werksvorgabe wird also noch locker übertroffen. Für Langstreckenfahrer oder Ultrafahrerinnen könnte diese lange Akkulaufzeit demnach das Killerargument FÜR den Garmin Edge 1030 Plus sein.

Die hohe Akkulaufzeit die vielen Funktionen und Sensoren machen den Garmin Edge 1030 Bike Comuter zu einem der besten Fahrrad Geräte 2020

Fazit

Zu einem Preis von 599 Euro erhält man mit dem Garmin Edge 1030 Plus ein beeindruckendes Gesamtpaket, das in seiner Funktionalität wohl immer jene seines Benutzers oder seiner Benutzerin übertrifft. Welche Features man wirklich nutzen möchte, muss man erst am Weg herausfinden - manche helfen tatsächlich sehr dabei, den Alltag im Sattel angenehmer oder sicherer zu gestalten, andere sind eher als Technologiebeweis zu sehen. Wer nicht die eierlegende Wollmilchsau benötigt, wird allerdings schnell bei einem anderen Modell der Garmin Edge-Reihe fündig werden.