Verbier, Freeride World Tour 2018 - eine der Newcomerinnen der Saison tritt der FWT Familie bei. Hedvig Wessel (23) aus Norwegen nimmt als Wildcard Gewinnerin am Xtreme Verbier teil und überzeugt, wie erwartet, von Anfang an.

Auch 2019 ist sie wieder bei der Freeride World Tour am Start. Doch wie ist die Norwegerin überhaupt zum Freeriden gekommen, was hat die 2-malige Olympionikin am meisten beeinflusst und welche Ziele hat sie für diesen Winter? Das alles erfahrt ihr in unserem Interview mit der Peak Performance Athletin.

Keller Sports: Hallo Hedvig, vielen Dank für deine Zeit und es freut mich dich bei uns zu haben. Mit deinen erst 23 Jahren hast du bereits bei zwei Olympischen Spielen und an 7 Weltcups auf der Buckelpiste teilgenommen.

Eine Wahnsinns Karriere - herzlichen Glückwunsch! Du hast mit Cross-Skiing und alpinen Abfahrten angefangen. Wie bist du dann zur Buckelpiste gekommen und warum hast du diesen Schritt gemacht?

Hedvig Wessel: Ich war 11 Jahre alt - mein bester Freund und ich sind mit Kari Traa's Team aufgewachsen. Ich wollte und bin dann dem Team beigetreten. In Kari Traa's Team mitzufahren und von ihr zu lernen war mir eine riesen Inspiration und hatte großen Einfluss auf unseren Spaß.

Das Ganze hat sich weiterentwickelt und auf einmal war ich beim Weltcup und den europäischen Meisterschaften. Von den alpinen Abfahrten auf die Buckelpiste zu wechseln war eine einfache Entscheidung. Es hat so viel Spaß gemacht mit den Mädels aus Norwegen in der Welt unterwegs zu sein und das Skifahren auf alle möglichen Wegen zu genießen.

Keller Sports: Als Kind hast du, wie bereits erwähnt, mit der norwegischen Freestyle Legende Kari Traa trainiert. Wie würdest du sie beschreiben und welchen Einfluss hatte sie auf deine Karriere? Und war sie ein entscheidender Faktor warum du dich für die Freestyle bzw. Buckelpiste entschieden hast?

Hedvig Wessel: Kari hatte einen sehr großen Einfluss, ja. Sie war mein Vorbild und sie als Coach an meiner Seite zu haben eine Inspiration. Sie war einfach immer gut drauf und hatte eine positive Einstellung. Sie hat mir gezeigt den Spaß am Sport zu sehen und stets ehrgeizig zu sein.

Sie hatte einfach eine perfekte Balance - meiner Meinung nach einer der Gründe warum sie 3 Medaillen bei Olympia gewonnen hat. Außerdem war sie härter als die Jungs und hat immer ihre Grenzen ausgereizt. Mein Ziel war es die neue Kari Traa zu werden und am Ende war ich bei den olympischen Spielen in Sotchi. Peak Performance Hedvig Wessel Keller Sports: Du hast deine Freestyle Karriere nach 7 Weltcups und den olympischen Spielen in Pyeong Chang beendet. Was ist deiner Meinung nach dein größter Erfolg gewesen?

Hedvig Wessel: Ich denke mein größter Erfolg war das, was ich während dieser Zeit gelernt habe und wie man erfolgreich auf höchstem Level konkurriert. Ich lernte wie man stets aus allem etwas Positives gewinnt. Oder wie man mit Stress, den Nerven und Fehlern umgeht.

Ich glaube das Gesamtpaket hat mich stärker werden lassen. Ich habe gelernt zu verstehen, dass bei der Komplexität des Sports und der Suche nach dem perfekten Run hartes Training und Hingabe die einzigen Faktoren sind die zählen. Vom Ergebnis her, war mein Podiumsplatz in Moskau 2016 mein größter Erfolg.

Keller Sports: Nun beginnt deine Freeride Karriere. Wie schwer war der Umstieg auf das Freeriden für dich?

Hedvig Wessel: Naja, es ist und bleibt ein Wechsel. In anderen Worten, es ist ein Prozess und ich versuche mich in dieser neuen Umwelt zurecht zu finden. Aber ich denke es läuft soweit. Ich versuche einfach so viel wie möglich Ski zu fahren und mich weiter zu entwickeln. Es ist immer noch Skifahren, nur anders.

Das Schwerste und was mir am meisten Angst macht ist, einen Run zu machen ohne diesen vorab geübt zu haben und darauf zu vertrauen, dass ich schon weiß wo ich entlang fahren muss.

Keller Sports: Welchen Einfluss hatte der frühere Weltmeister, Henrik Windstedt, bei dem Start deiner Freeride Karriere? Was es von großer Bedeutung für dich, dass er, bevor er mit dem Freeriden begann, Freestyle Fahrer war?

Hedvig Wessel: Henrik hat mir sehr viel in Verbier geholfen - meine erste Freeride World Tour. Er hat mir geholfen meine Linie zu finden und gab mir Feedback und Sicherheit. Mein alter Freestyle Trainer hat ebenfalls großen Einfluss meine Freeride Karriere, besonders am Anfang.

David Kantermo sagte mir wann ich wo fahren sollte und was zu tun war. ich vertraute ihm - das hat mir sehr weitergeholfen. Beide waren frühere Buckelpiste Fahrer, wodurch sie wahrscheinlich besser wussten was mein Stand war und sie gut den den Zusammenhang zum Freeride herstellen konnten. Freeride Hedvig Wessel Keller Sports: Bereits bei deiner ersten Teilnahme bei der Freeride World Tour, letztes Jahr 2017 / 2018, wurdest du schon zu Beginn als Titelanwärterin gehandelt. Wie war das für dich? Hast du dadurch großen Druck gespürt oder ist es eher so, dass du dadurch 2018 / 2019 einfacher in die Freeride World Tour starten kannst?

Hedvig Wessel: Es war ein tolles Gefühl. Ich versuche mir nicht zu viel Druck aufzuerlegen. Ich habe relativ klar gesagt, dass ich Freeride World Champion werden möchte, also liegt es an mir dafür alles zu tun. Ich denke es ist wichtig sich hohe Ziele zu setzen und ich versuche dies positiv mitzunehmen als mich hierdurch unter Druck setzen zu lassen.

Keller Sports: Dieses Jahr hast du eine Wild Card für die ganze Saison der Freeride World Tour bekommen. Auf welchen Termin freust du dich 2018 / 2019 am meisten? Und warum genau?

Hedvig Wessel: Ich freue mich sehr auf Golden, Kicking Horse. Ich war dort bereits einmal, ist aber ist schon lange her, und ich freue mich sehr zurückzukehren. Dort war ich zum ersten Mal Freeriden und in meiner Erinnerung war es extrem schwierig und hat nicht wirklich Spaß gemacht. Ich wusste einfach nicht was ich machen muss. Ich hoffe und denke, dass es diesmal richtig viel Spaß machen wird.

Keller Sports: Wie hast du dich im Sommer auf diese große Ski Event Serie vorbereitet? Hat sich deine Trainingsroutine stark im Gegensatz zu der aus deiner Freestyle Ski Karriere verändert?

Hedvig Wessel: Ich versuche das Sport- und Trainingsprogramm der letzten Jahre gleich zu halten. Ich gehe mehr auf Ausdauertraining und versuche längere Läufe und Radfahrten zu machen. Auf der Buckelpiste war es wichtig explosiv zu sein.

So musste ich beim Training auf manches verzichten was mir Spaß gemacht hat, wie zum Beispiel längere Rad Ausfahrten. Jetzt ist es schöner, ich kann mir mehr aussuchen was ich während dem Training mache - aber es ist immer noch sehr ähnlich. Nichtsdestotrotz habe ich, auch wegen meinem Studium, weniger Zeit für mein Training. Keller Sports: Auf deinem Instagram Profil haben wir gesehen, dass du surfst, kletterst, wanderst, Yoga machst, läufst, Fahrrad fährst... Gibts es irgendeinen Sport den du nicht machst?

Hedvig Wessel: Haha, ich mag es neue und verschiedene Sportarten auszuprobieren und mich immer aufs Neue zu pushen.

Keller Sports: Zum Abschluss noch ein Wort zu deiner Ausrüstung. Auf was achtest du bei deiner (Ski) Ausrüstung am meisten? Mit Peak Performance und douchebags hast du ja super Partner. Was gefällt dir am meisten an den neuen Kollektionen?

Hedvig Wessel: Ich liebe das System von douchebags - alle Taschen lassen sich miteinander verbinden. Es macht das Reisen einfach einfacher. Und wo soll ich bei Peak Performance anfangen? Ich liebe die Kollektion und dass sie immer besser werden und dabei auch noch nachhaltiger. Es gefällt mir wie sie Style, Mode und Effektivität mit technischen Funktionen verbinden!

Tusen takk.