Nach zuletzt zwei Siegen in der Hauptstadt stehen die Zeichen für den nächsten großen Wettkampf gut. Beim Berlin-Marathon Ende September wird es mit einem dritten Sieg in Serie zwar geringfügig schwerer, aber das ist auch nicht das Ziel von Valentin Pfeil.

„Gewinnen ist das eine, persönliche Zielsetzungen sind das andere. Ich möchte beim Berlin-Marathon meine Bestzeit von 2:12:55 Stunden angreifen“, erklärt der Österreicher, der neben seiner Frau Heidrun Pfeil, Produktexperte Jan Lau, Coach Jan Fitschen und Everyday Runner Julia Habitzreither Teil unserer Nike Berlin Marathon Journey ist.

Zwei wichtige Tests für den Marathon hat Valentin diesen Sommer bereits erfolgreich absolviert: Sowohl bei der Adidas Runners City-Night (10 Kilometer in 29:15 Minuten) als auch beim SportScheck Run Mitte August (Halbmarathon in 1:04:06h) konnte er seine persönliche Bestleistung verbessern. „Ich fühle mich im Moment sehr erfüllt mit dem was ich tue“, erklärt der 31-Jährige beim Dreh des Keller Sports Videos zur Berlin Journey.

„Ich betreibe eine Sportart, die sehr durch Zielvorgaben in Zeiten definiert ist. Natürlich hat man dann auch immer konkrete Zeiten im Kopf. Aber je länger ich diesen Sport betreibe, umso mehr merke ich, dass man gar keine Barrieren im Kopf haben sollte.“ Man müsse einfach Tag für Tag nutzen, um besser zu werden, jedes Mal aufs Neue den Fortschritt spüren und dann immer das Beste daraus machen.

Was viele Läufer als Flow bezeichnen kennt dadurch natürlich auch Valentin: „Ob man diesen Zustand nun als Flow oder Runners High bezeichnen möchte ist gar nicht wichtig. Aber das Gefühl, dass die Anstrengung auf einmal gar nicht mehr so im Vordergrund steht, sondern man sich mit Körper, Geist und Seele im Einklang befindet und einem Am Ende fast die Straße ausgeht, das ist ein großartiges Gefühl.“

Valentin Pfeil Vorbereitung auf den Berlin Marathon mit dem Nike ZoomX Vaporfly NEXT% im Keller Sports Marathon Team

Was sich nach einer entspannten Herangehensweise anhört hat aber System. Im Frühjahr hat sich Valentin, der aus Steyr in Oberösterreich stammt, dem SCC Events Pro-Team angeschlossen um sich optimal auf den Berlin-Marathon vorzubereiten. Für sein insgesamt sechstes Rennen über die 42,195 Kilometer versucht er dort in der Vorbereitung neue Wege zu gehen.

„Mir gibt es momentan sehr viel Kraft nach neuen Trainingssystemen zu trainieren, in denen es nicht so sehr um konkrete Tempovorstellungen geht. Es gibt zwischen den einzelnen Trainingseinheiten natürlich gewisse Unterschiede, aber die sind nicht so starr. Es gilt vorrangig, ein Gefühl zu entwickeln, welche Geschwindigkeit an dem jeweiligen Tag für mich die beste ist, und bestimmte Impulse zu setzen, um dadurch besser zu werden.“

Valentin Pfeil läuft den Berlin Marathon 2019 im Keller Sports x Nike Marathon Team

Neben der Gruppe des SCC ist auch seine Frau Heidrun, mit einer Sub3 selbst ambitionierte Läuferin, eine „schöne Begleitung“ seines Trainings: „Meine Vormittagstrainings sind die Kerneinheiten. Das ist quasi die harte Arbeit als professioneller Marathonläufer.

Die Abwechslung dazu, und der eher regenerative Part, findet häufig am Nachmittag statt. Und den verbringe ich gerne auch mit Heidi.“ Wettkampf jedoch nicht ausgeschlossen: „Auf unseren Standardlaufstrecken haben wir manchmal unausgesprochene Zielpunkte. Da kann es dann schon mal zu einem kleinen Sprint kommen.“

Ende 2016 hat der dreifache österreichische Staatsmeister im Halbmarathon (2012, 2014 & 2016) sein Veterinärmedizinstudium abgeschlossen. Seine Eltern führen in Steyr eine Tierklinik. Die ferne Zukunft steht also fest.

Valentin Pfeil läuft um sich auf den Berlin Marathon 2019 vorzubereiten

Die nahe Zukunft dagegen ist noch offen. Aus dem Alltagsausgleich Laufen wurde für Valentin die Profi-Karriere. Seine Marathon-Zeiten haben sich ständig verbessert. Bei seinem Debüt über die 42km am 10. April 2016 beim Vienna City Marathon wurde er als 13. Bereits bester Österreicher.

Die Norm für die Olympischen Spielen in Rio hatte er mit 2:16:37h verpasst. Doch Wien entwickelte sich zu einem guten Pflaster für die persönliche Bestleistung, die der 31-Jährige nach dem Rennen 2017 auch im April dieses Jahres noch einmal auf 2:12:55h verbesserte.

Mit der Trainingsgruppe und dem Umzug nach Berlin soll sich nun auch die deutsche Hauptstadt als erfolgsversprechend herausstellen. Auf der schnellsten Marathonstrecke der Welt will sich Valentin einen großen Traum erfüllen: „Dann wird die internationale Olympia-Norm mein Ziel sein.“ Diese Marathon-Norm für die Spiele in Tokio 2020 wurde auf 2:11:30 Stunden festgesetzt.

Fotos: Carsten Beier