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Marathon

Marathon - eine Geschichte vom Laufen, Siegen und von Umwegen

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Der Legende zufolge lief 490 v. Chr. ein Bote 40 Kilometer nach Athen, um dort den Sieg der Athener in der Schlacht bei Marathon zu verkünden. Nachdem er noch die Worte “Wir haben gesiegt” hervorgebracht habe, sei er tot zusammengebrochen. Angeblich ist so der Marathonlauf entstanden. Was es noch darüber zu wissen gibt und warum man am Ende auch heute noch manchmal von einem Sieg in einer Schlacht sprechen kann, erfährst du hier.

Ob die Legende wahr ist oder nicht, lässt sich historisch nicht überprüfen. Gesichert ist, dass der erste offiziell organisierte Marathonlauf 1896 im Rahmen der olympischen Spiele von Athen stattfand. Damals betrug die Distanz entsprechend der Legende genau 40 Kilometer. Warum aber sind es heute die berüchtigten irgendwie willkürlich scheinenden 42.195 Meter? 1908 fanden die olympischen Spiele in London statt und während das Ziel im Olympiastadion lag, sollten die Läufer direkt vor der königlichen Loge am Schloss Windsor starten. Hierfür war eine Verlängerung der Strecke erforderlich, was in der heute bekannten Streckenlänge resultierte. Diese wurde anschließend beibehalten. Erst der für die königliche Loge festgelegte Umweg sorgte also für die mittlerweile seit 1921 offiziell vom Internationalen Leichtathletikverband festgelegte Distanz von 42,195 Kilometer.

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Und wie lange dauert das?

Der erste olympische Marathonsieger benötigte für die 40 Kilometer etwas weniger als drei Stunden. Das entspräche auf der heute üblichen Strecke einer Marathonzeit von 3:10 Stunden. Mit dieser Zeit zählt man heute als Mann noch immer zum erweiterten Kreis der ambitionierten Hobbyathleten, als Frau könnte man im Hobbybereich durchaus Rennen auf dem Treppchen beenden. Im weltweiten Durchschnitt brauchen Marathonis 4:30 Stunden für den Marathon. Da sind die weltbesten Läufer bereits seit knapp zweieinhalb Stunden im Ziel. Der schnellste Marathonläufer der Welt ist Eliud Kipchoge. 2018 brauchte er in Berlin bloß 2:01:39. Die 2-Stunde Marke blieb also stehen, noch.

Nike organisierte 2017 auf der Formel 1 Strecke in Monza das sogenannte Breaking2-Event. Mit dem Ziel die 2-Stunden-Marke zu brechen, starteten drei Weltklasse-Marathonläufer unter möglichst optimalen Bedingungen ein Rennen gegen die Uhr. Die optimalen Bedingungen bedeutet, dass Pace-Maker mitliefen, die regelmäßig ausgetauscht wurden, die Strecke extra gewählt wurde mit wenigen Höhenmeter und mildem Klima, extra Nike-Schuhe dafür entwickelt wurden und und und. Trotz all der Vorbereitung ist die Uhr bei Eliud Kipchoge “erst” bei 2:00:25 stehen geblieben. Die Grenze zum greifen nahe.

Im Oktober 2019 startete ein zweites, ähnlich aufgebautes Event, die Ineos 1:59 Challenge in Wien und diesmal sollte es klappen. Kipchoge kam nach 1:59:40 und 42,195km ins Ziel. Eine Sensation. Auch wenn die Zeit durch die gestellten Bedingungen nicht als offizieller Weltrekord zählt, ist es dennoch eine unvorstellbare Leistung als erster Mensch die nicht für möglich gehaltene 2-Stunden-Marke zu brechen.

Und bei den Damen? Der Britin Paula Radcliffe gelang 2003 in London eine unerreichbare Zeit von 2:15:25. Zumindest dachte man zumindest, bis die Kenianerin Brigid Kosgei in Chicago 2019 ein geschichtsträchtiges Rennen ablieferte. Ihre Zeit 2:14:04 und damit ein neuer Weltrekord im Frauen-Marathon. 2019 schien also ein gutes Jahr für Marathon-Rekorde zu sein.

Übrigens: Für Frauen ist der Marathon erst seit 1984 eine olympische Disziplin. Man war lange der Ansicht, Frauen seien für körperliche Anstrengungen dieser Art zu schwach und gebrechlich. Angesichts der Zeit von Paula Radcliffe, von der einige Profimänner heute noch träumen, ist das natürlich aberwitzig. Ebenso die damalige Befürchtung, Frauen könnten beim Marathonlauf ihre Gebärmutter verlieren oder ihnen wüchse durch zu häufiges Laufen ein Schnurrbart, ist natürlich Schwachsinn. Paula Radcliffe hat zwei Kinder und keinen Bart.

Ganz schön viele Schritte …

Bei einem Marathon ist man also ganz schön lange unterwegs. Dabei macht man eine beträchtliche Anzahl an Schritten. In der Regel beträgt die Schrittlänge bei einem Tempo von zehn Stundenkilometer (6:00 Min/km, entspricht einer Endzeit von knapp 4:15 h) etwa einen Meter, so dass man bei dieser Geschwindigkeit von etwa 42.000 gemachten Schritten ausgehen kann. Bei größeren Geschwindigkeiten verringert sich diese Zahl, da die Schrittlänge zunimmt. Für eine Endzeit von 2:30 Stunden (17 km/h, 3:33 Min/km) benötigt man ca. 32.000 Schritte. Unabhängig von der Zeit sollte der Inaktivitätsalarm deines Fitnesstrackers jedenfalls für den Rest des Tages verstummen.

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Der richtige Schuh?

“Wenn ich zweiundvierzigtausend Schritte mache, dann brauche ich doch auf jeden Fall …” Ja, was brauche ich da? Nicht wenige würden den Satz so vervollständigen: “... einen leichten Schuh. Denn da zählt doch jedes Gramm.” Andere würden sagen: “... einen weichen Schuh. Denn der muss ja jedes Mal mein ganzes Gewicht abfedern.” Das stimmt. Und da selbst ein “schwerer” Schuh noch in Größe 47 keine 400 Gramm wiegt, kann man hier nicht wirklich von einem wahren “Klotz am Bein” sprechen. Zwar wiegen leichte Wettkampfschuhe nur rund die Hälfte, haben jedoch den Nachteil einer extrem reduzierten Dämpfung, was eine außerordentlich gute und vorfußorientierte Lauftechnik, kurze Bodenkontaktzeiten und eine starke Wadenmuskulatur erfordert. Das Gewicht und die Direktheit (wenig Dämpfung = direkterer Bodenkontakt = weniger Energieverlust beim Aufprall) eines Laufschuhs als Hauptkriterium beim Schuhkauf zu berücksichtigen, wird erst bei Zielzeiten von deutlich unter drei Stunden wirklich wichtig.

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Was ist mit Training?

Ein Marathon erfordert Training. Und davon nicht zu wenig. Wer noch nie einen Marathon gelaufen ist, sollte ein Jahr Vorbereitungszeit einplanen und dabei vor allem ausreichend lange Läufe absolvieren. Dabei muss keinesfalls die Marathondistanz geprobt werden, sondern vielmehr die geplante Wettkampfdauer annähernd simuliert werden. Wer plant, vier Stunden im Marathon zu laufen, sollte im Training mehrfach geprobt haben, wie es ist, mindestens drei Stunden unterwegs zu sein. Wie ein Lauftraining allgemein im Detail strukturiert sein sollte, erfährst du hier.

Wettkämpfe überall

Marathons gibt es überall auf der Welt. Sie sind immer gleich lang. Doch sie sind überall anders. Viele interessante Informationen zu interessanten Marathonveranstaltungen in Deutschland und rund um den Globus erhältst du hier. Dass man bei diesen Veranstaltungen gemeinhin von “Wettkämpfen” spricht, impliziert bereits, dass man hier in der Regel nicht “einfach nur joggen” geht. Vorne duellieren sich die Profis untereinander. Und dahinter? Da läuft man nicht selten gegen sich selbst. Man kämpft gegen innere Schweinehunde, gegen Widerstände, gegen den Drang, einfach mal stehenzubleiben oder sich direkt zu den Zuschauern, die am Streckenrand grillen und Bier trinken, zu gesellen. “Warum mache ich das hier eigentlich?”, fragt man sich nicht selten, wenn der berüchtigte “Mann mit dem Hammer” kommt und man sich fühlt, als hätte man keine Schuhe, sondern Bleigewichte an den Füßen. Aber im Ziel weiß man, ganz egal wann man dort ankommt, dass man es geschafft hat. Dass man den Kampf gewonnen hat. Man sagt vielleicht nicht: “Wir haben gesiegt.” Und normalerweise fällt man auch nicht tot um. Aber man ist stolz. Zu Recht. Und kann sagen: “Ich habe es geschafft!”

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