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Verletzung

Arthrose – kein Grund, nicht zu laufen

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Arthrose – kein Grund, nicht zu laufen - 2

© Fotocredit: istockphoto.com/Youngoldman

Wer mit Arthrose zu kämpfen hat, muss sich meist mit Schmerzen und Einschränken herum schlagen. Wir erklären Dir was gegen die Gelenk-Krankheit am besten hilft und wie Du in Bewegung bleibst.

Begriffserklärung

Bei Arthrose handelt es sich um einen degenerativen Prozess am Knorpel. Hier können verschiedene Gelenke betroffen sein (Knie, Hüfte, Schulter und Fußgelenk).

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© Fotocredit: istockphoto.com/yodiyim

Die Erfolgsstory eines Betroffenen

Wir haben uns mit Jürgen getroffen, er ist 58 Jahre alt, Sportlehrer und leidet seit sechs Jahren an Arthrose im Kniegelenk.

Jürgen, wie hat sich die Arthrose bei dir bemerkbar gemacht?

Ich war seit meiner Jugend Leistungssportler im Tennis. Bin nebenher aber auch immer viel gelaufen. Mit 52 hatte ich immer häufiger Schmerzen im Knie beim Tennisspielen. Zunächst nur bei Belastung, vor allem bei kurzen Sprints und Stopps. Dann kamen die Schmerzen aber auch im Alltag, bei einfachen Dingen, wie Sitzen am Schreibtisch. Zunächst habe ich auf Schmerzmittel zurückgegriffen. Das war jedoch auf Dauer auch keine Lösung, sodass sich meine Frau mein Leid nicht weiter mit angucken wollte und mich zum Orthopäden schickte.

Wie hat sich dein sportliches Leben mit Arthrose verändert?

Ich musste mich der Krankheit anpassen. Medenspiele sind nicht mehr möglich, es sei denn, ich würde mich für neue Kniegelenke entscheiden, was ich aber momentan noch nicht möchte. Laufen kann ich nach wie vor noch, musste eben nur die Laufeinheiten reduzieren. Darüber hinaus habe ich neue Sportarten wie Schwimmen und Krafttraining in meinen Alltag integriert. Ich achte noch mehr auf mein Körpergewicht und auf die Ernährung. Ich versuche, so gut es geht, tierische Fette zu vermeiden und beim Kochen darauf zu achten, dass ich viele antientzündliche Gewürze (Ingwer, Curcuma, Zimt) verwende.

Welche Ursachen machst du für die Arthrose verantwortlich?

Da ich bereits mit sieben Jahren mit dem Leistungssport angefangen habe, weiß ich, dass die dauerhafte Belastung von Gelenken zu Degeneration führen kann. Damals gab es für mich neben Tennis keine weiteren Ergänzungssportarten wie Kraftsport, die meine Gelenke vor der Degeneration geschützt hätten. Tennis ist sehr einseitig und die vielen Trainingseinheiten in Kombination mit den Spielen in der Saison waren doch sehr zehrend für meinen Körper.

Nimmst du Medikamente?

Nein, ich nehme keine Medikamente mehr, sondern gehe einmal die Woche zur Akupunktur und mache mit meinem Personal Trainer 2x die Woche Krafttraining, was sich für mich als die beste Lösung herausgestellt hat.

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© Fotocredit: istockphoto.com/franckreporter

Welche Therapieversuche hast du schon hinter dir?

Bisher hatte ich es nur medikamentös mit Cortison probiert, was aber nur kurzfristig eine Linderung gab. Mit regelmäßiger, moderater Bewegung, der Akupunktur und dem Krafttraining bin ich seit 4 Jahren fast schmerzfrei.

Was würdest du anderen Betroffenen raten?

Das ist keine einfache Frage. Für mich, der ich mein Leben lang Sport getrieben habe, war die Diagnose Arthrose zunächst natürlich frustrierend. Man hat Angst, dass die Krankheit einem Lebensqualität und Freiheit nehmen könnte. Aber es ist wie es ist und es bleibt einem nichts anderes übrig, als das Beste daraus zu machen. Deswegen rate ich Menschen, die auch unter Arthrose leiden, nicht alles vorbehaltlos anzunehmen, was ihnen der Arzt rät und vielleicht doch auch auf sich selber hören. Findet eure Sportart, die euch Spaß macht und die ihr ohne Schmerzen ausüben könnt. Hinterfragt vor allem die Aussagen von einem Mediziner, wenn er direkt zu Kortison-Spritzen oder gar neuen Gelenken rät. Ich bin sehr glücklich mit meiner derzeitigen Lösung, habe mir aber auch verschiedene medizinische Meinungen eingeholt.

Laufen mit Arthrose – kein Hindernis

Mittlerweile weiß die Sportmedizin, dass der Verzicht auf regelmäßige Bewegung bei Arthrose sogar kontraproduktiv ist, weil nur Bewegung die nötige Gelenkflüssigkeit für unsere Gelenkknorpel produziert. Darüber hinaus wirkt die Muskulatur gelenkstabilisierend. Wichtig ist, dass auch neben dem Laufen ein Kraftprogramm für die bereits geschädigten Gelenke mithilfe eines Sporttherapeuten erarbeitet wird.

Wenn es um die Laufeinheiten geht, ist ein Aufwärmprogramm für die Gelenke dringend zu empfehlen. Beim Laufen ist darauf zu achten, dass keine starken Schmerzen auftreten und auch nach dem Laufen die betroffenen Gelenke nicht anschwellen. Laufen auf hartem Untergrund sollte vermieden werden und stattdessen Waldboden den Vorzug erhalten. Dennoch ist es gewiss kein Fehler, wenn man mit dem Orthopäden vor Aufnahme des Trainings ein Gespräch sucht.

Bevorzuge häufigere, kurze (30-45 min) Laufeinheiten die Woche, anstatt zweimal die Woche sehr lange Einheiten (90-120 min). Optimiere deinen Laufstil und versuche, auf den Mittelfußstil zu wechseln, da hier die Kräfte auf die Gelenke weniger stark einwirken.

Symptome

Schmerzen und Einschränkung der Beweglichkeit in Gelenken, Schulter, Hüfte, Knie oder Fuß. Zu Beginn treten die Schmerzen in der Regel nur bei Bewegung auf, im fortgeschrittenen Stadium können die Schmerzen auch in Ruhe auftreten.

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Ernährung

Eine mediterrane Kost ist gleichsam die Grundlage für die Basistherapie gegen Arthrose. Ungesättigte Fettsäuren hemmen dabei die Entwicklung gewisser Entzündungsprozesse und schützen vor Übergewicht. Ebenso sind entzündungshemmende Gewürze Bestandteil einer guten Ernährung, wie Curcuma, Ingwer, Chili und Zimt. Jedes Kilogramm zu viel auf den Hüften wird zu einer Belastung für die Gelenke und schränkt die Lebensqualität ein.

Prävention

1. Übergewicht vermeiden

2. Beim Aufwärmen immer alle Gelenke durchmobilisieren

3. Auf die Ernährung achten

4. Regelmäßige, moderate Bewegung, die den ganzen Bewegungsapparat beansprucht (3-4x die Woche zwischen 30 und 40 Minuten, nach WHO)

5. So viel Bewegung in den Alltag integrieren wie möglich (Treppen steigen, zum Bäcker gehen usw.)

6.Krafttraining

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