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Gesundheit

Kann ich trotz LWS-Syndrom laufen gehen?

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© Fotocredit: istockphoto.com/Petko Ninov

„Ich habe Rücken!“ Häufige Ursache: zu wenig Bewegung. Aber auch Läufer können plötzlich von starken Rückenschmerzen betroffen sein – insbesondere im unteren Lendenwirbelbereich. Eventuell hat dich dann das LWS-Syndrom erwischt. Wieso auch Sportler darunter leiden, inwieweit Laufen hilft und wann ärztliche Versorgung notwendig ist, erfährst du hier.

Du hebst etwas Schweres vom Boden hoch oder machst eine schnelle Drehbewegung, und dann zwickt es plötzlich schmerzhaft im unteren Rücken. Während der Laie dann gern von einem Hexenschuss spricht, bezeichnet es der Mediziner oft als Lendenwirbelsäulensyndrom – kurz LWS-Syndrom. Neben dem LWS-Syndrom existieren im Rückenbereich noch das Brustwirbelsäulensyndrom (BWS-Syndrom) und das Halswirbelsäulensyndrom (HWS-Syndrom).

Wie die anderen beiden Syndrome beschreibt auch der Begriff LWS-Syndrom kein eigenständiges, auf bestimmte anatomische oder morphologische Gegebenheiten zurückführbares Krankheitsbild, sondern ist eine Sammelbeschreibung (Syndrom) für verschiedene Krankheitszeichen (Symptome). Das Leitsymptom des LWS-Syndroms ist der lokale, auf die Lendenwirbelsäule bezogene Rückenschmerz. Der wird oftmals als dumpf empfunden und strahlt über den Po bis in die Beine aus. Beim Niesen oder Husten kann er sich außerdem verstärken. Die Schmerzen selbst stammen meist von verkrampften Muskeln oder von Nerven im Rücken.

Nach der ICD-10 (Internationalen statistischen Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme) der Weltgesundheitsorganisation (WHO) lautet die Verschlüsselung des LWS-Syndroms M54.4. Rückenschmerzen im Allgemeinen beginnen alle mit M54 – die Ziffern, die danach kommen, klassifizieren die Rückenschmerzen genauer.

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Wie kommt es zu den Schmerzen im Lendenwirbelbereich?

Welche Ursache sich konkret hinter dem LWS-Syndrom verbirgt, ist unterschiedlich: Sie reicht von Fehlhaltungen und durch Alter oder Verschleiß ausgelöste (degenerative) Veränderungen über Muskelverspannungen bis hin zu Tumoren in seltenen Fällen sowie Metastasen in der Lendenwirbelgegend. Daneben gibt es noch einige Umstände, die die Entstehung eines LWS-Syndroms begünstigen können, beispielsweise Stress, eine bewegungsarme Lebensführung sowie Übergewicht.

Generell wird zwischen zwei LWS-Syndromen unterschieden: dem akuten und dem chronischen. Das akute LWS-Syndrom tritt plötzlich auf und ist meistens mit starken Schmerzen verbunden. Eine falsche Bewegung, Verspannungen oder Blockaden des Wirbelgelenks sind häufig die Gründe des akuten Syndroms. Aber auch Bandscheibenvorfälle können die Ursache sein. Zu typisch chronischen LWS-Erscheinungen, denen oftmals ein langsamer Verschleiß der Bandscheiben oder Wirbel zu Grunde liegt, gehören hingegen Osteoporose oder Skoliose.

Auch wenn aus einer Studie der Gesellschaft für Orthopädisch-Traumatologische Sportmedizin (GOTS) hervorgeht, dass Läufer seltener als der Bevölkerungsdurchschnitt von Rückenschmerzen betroffen sind, kann das LWS-Syndrom auch sie treffen.

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Kann Laufen das LWS-Syndrom verantworten?

Grundsätzlich ist die Lendenwirbelsäule sehr großen Belastungen ausgesetzt – sowohl statisch als auch dynamisch. Deshalb sind Schmerzen im Bereich der Lendenwirbel auch sehr viel häufiger anzutreffen als Probleme in den Hals- und Brustwirbeln. Die Mehrbelastung für die LWS basiert darauf, dass unser Rücken mit dem Rest des Körpers intensiv zusammenarbeiten muss, um beim Laufen in Bewegung und aufrecht zu bleiben: Laufen wir, wird zum einen die Rumpfmuskulatur, die die Wirbelsäule und den unteren Rücken stützt, stark gefordert, zum anderen müssen unsere Körpermitte, Hüften, Pomuskeln und die hinteren Oberschenkelmuskeln zusammenarbeiten, um uns stabil zu halten.

Das bedeutet: Ist die Rumpfmuskulatur nur unzureichend ausgebildet, kann das die gesamte Statik sowie die Laufhaltung beeinflussen und zu chronischen Fehlbelastungen führen. Die äußern sich dann möglicherweise in Form eines schmerzhaften Lendenwirbelsäulensyndroms. Ebenso können aber auch Defizite in der Bauch-, Rücken- oder Gesäßmuskulatur, die eventuell mit einer Kippung des Beckens, einer mangelhaften Aufrichtung sowie einer Hohlkreuzbildung einhergehen, für LWS-Syndrome bei Läufern verantwortlich sein.

Darüber hinaus kommen noch andere Faktoren für die Instabilität des Beckens in Frage, wie zum Beispiel eine Verkürzung der Oberschenkelstrecker und der Hüftlendenmuskulatur oder eine abgeschwächte Muskulatur der Abduktoren. Auch Übergewicht kann den Druck auf die Lendenwirbelsäule beim Laufen immens erhöhen. Und eine fehlerhafte Lauftechnik sorgt gegebenenfalls dafür, dass die LWS einer zu hohen Stoßbelastung ausgesetzt ist.

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Wann muss ich mit dem LWS-Syndrom zum Arzt?

Grundsätzlich geht es bei der Therapie der LWS-Syndrome in der Anfangsphase vor allem um die Linderung der akuten Schmerzen. So sind neben Medikamenten zur Lockerung der Muskulatur beispielsweise Spritzen zur lokalen Schmerzbetäubung hilfreich. Auch physikalische Therapien wie Massagen, Wärme- oder Kältebehandlungen sowie physiotherapeutische Maßnahmen, chiropraktische Eingriffe oder Tapes kommen bei der Behandlung zum Einsatz. Zudem hat sich Akupunktur als heilsam erwiesen.

Glücklicherweise sind die Ursachen, die das LWS-Syndrom beim Läufer zu verantworten haben, meistens harmlos. Wie bereits erwähnt, sind häufig unsere zu schwache Körpermitte und die nicht trainierten Beine schuld. Sie verantworten eine muskuläre Dysbalance und fehlende Wirbelsäulenstatik sowie letztendlich das LWS-Syndrom.

Sich jetzt auf die faule Haut zu legen, um die Lendenwirbelsäule zu schonen, wäre allerdings die falsche Reaktion. Anders als im Falle von Sportarten mit extremen Rotationsbewegungen wie Tennis oder Golf, solltest du mit moderatem Lauftraining, sobald die Schmerzen es zulassen, weitermachen. Klingt gemein, ist es aber nicht. Denn Laufen begünstigt die Versorgung des Gewebes zwischen den Bandscheiben mit Nährstoffen und das unterstützt den Heilungsprozess des LWS-Syndroms. Entscheidend ist jedoch, die Laufeinheiten mit einem gezielten Koordinationstraining sowie Kraftübungen für Bauch, Rücken und Beine (Po-, Hüft- und Oberschenkelmuskeln sowie Quadrizeps) zu kombinieren – Pilates-Übungen eignen sich an der Stelle prima.

Um das Trainingsprogramm gezielt und nachhaltig zu gestalten, ist es empfehlenswert, sich als Betroffener mit einem erfahrenen Physiotherapeuten oder Sportmediziner zu besprechen. Auch könnte eine professionelle Laufbandanalyse Aufschluss geben. Sie zeigt, inwieweit der Laufstil und Schuh gesund bzw. individuell passend sind.

Sollten die Schmerzen im unteren Rückenbereich nicht aufhören, sehr stark sein oder mit Bewegungseinschränkungen, Lähmungen von Muskelgruppen oder Missempfindungen wie Kribbeln und Taubheitsgefühlen einhergehen, muss auf alle Fälle umgehend ein Arzt konsultiert werden.

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Alles eine Frage der Haltung – wie du dem LWS-Syndrom vorbeugst

Eine für die Lendenwirbel schonende Haltung beim Laufsport und natürlich auch im Alltag gehört zu den wichtigen Vorbeugemaßnahmen bei LWS-Syndromen. Darum sollten Läufer unbedingt einmal ihre Lauftechnik professionell analysieren lassen, um zu checken, inwieweit sie die Lendenwirbelsäule belastet oder nicht.

Zudem ist es sehr ratsam, als regelmäßig rumpfstabilisierende Übungen sowie Kraft- und Koordinationstraining durchzuführen, um die Wirbelsäulenstatik zu verbessern und muskulären Ungleichgewichten entgegenzuwirken. Auch als Aufwärmübungen vor dem Laufen sollten diese Übungen implementiert werden.

Du verdienst mit dem Laufen kein Geld, sondern verbringst viele Stunden am Schreibtisch? Dann achte unbedingt darauf, dass Bürostuhl und Schreibtischhöhe passen. Variiere am besten die Sitzhaltung von Zeit zu Zeit ein wenig. Entlastend für den Rücken sitzt du generell, wenn der Oberkörper aufgerichtet ist, das Becken leicht nach vorne kippt und Becken, Brustkorb sowie Kopf dabei längs einer Linie ausgerichtet sind. Im besten Fall nutzt Du gelegentlich auch einen Sitzball. Er stärkt die Rückenmuskulatur, schult das Gleichgewicht und unterstützt deine gesunde Haltung.

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