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Prävention & Rehabilitation

Schmerzen in der Achillessehne – das kannst du tun

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© Fotocredit: istockphoto.com/emiliozy

Sie ist die stärkste unter den Sehnen: die Achillessehne. Wenn wir uns bewegen, kann auf sie etwa das Zehnfache des jeweiligen Körpergewichts wirken. Das hat zur Folge, dass Schmerzen in der Achillessehne zu den häufigsten Leiden von Läufern gehören. Was aber kannst du gegen Verletzungen der Achillessehne unternehmen?

Wo verläuft die Achillessehne und welche Funktion hat sie?

Seine Ferse war die einzige Region, an der Achilles, einer der Helden in der griechischen Antike, verletzbar war. Genau dort traf ihn während des Trojanischen Krieges ein Pfeil. Er ging zu Boden und verlor sein Leben. So wurde die Achillesferse zum Synonym für eine verwundbare Stelle und zum Namensgeber der menschlichen Achillessehne (lat. Tendo musculi tricipitis surae oder Tendo Achillis).

An sich ist die etwa 20 bis 25 cm lange Achillessehne unsere stärkste und dickste Sehne im Körper. Sie ist unglaublichen Kräften ausgesetzt: Als gemeinsame Endsehne des dreiköpfigen Wadenmuskels verbindet sie die Wadenmuskulatur über ihren Ansatz am Fersenbein mit dem Fuß. Dieser Verlauf der Achillessehne sorgt so dafür, dass der Fuß beim Abdruck vom Boden im Sprunggelenk gebeugt und etwas nach innen gedreht wird. Das ist letztendlich entscheidend für den Abstoß des Fußes und dafür, dass wir laufen können. Bei jedem Schritt kann dabei dann das Zehnfache unseres Körpergewichtes auf sie einwirken. Das begründet ein Stück weit ihre Anfälligkeit für Verletzungen.

Ob Reizungen oder Entzündungen des umgebenden Gleitgewebes, kleine Verschleißdefekte in der Sehne oder komplette Risse – Probleme mit der Achillessehne, ob akut oder chronisch, gehören zu den häufigsten Beschwerden von Läufern. Die genauen Ursachen dafür sind vielfältig: Übermäßiges und plötzliches Steigern des Trainingsumfangs, Abkippen des Fersenbeines beim Aufsetzen nach innen (Überpronation) oder nach außen (Übersupination), Hüftfehlstellungen, eine stark verkürzte Wadenmuskulatur, Hohlfuß, Schuhe mit einer ungünstig platzierten Fersenkappe oder zu steifes Schuhwerk. Es ist wichtig, den jeweils betroffenen Bereich zu identifizieren, um dann die Achillessehnen-Schmerzen nachhaltig behandeln zu können. Noch viel besser ist es natürlich, ein solches Leiden generell zu verhindern.

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Mit richtigen Laufschuhen vorbeugen

Absolut schützen vor einer Achillessehnen-Verletzung kann er nicht, aber sie maßgeblich mit abwehren: der individuell gewählte Schuh! So sollten beim Lauftraining nur passende Laufschuhe zum Einsatz kommen. Wichtig ist es, dass die Oberkante der Fersenkappe nicht direkt auf die Achillessehne drückt, dass der Schuh über eine individuell angemessene Dämpfung sowie Sohlenstärke verfügt und die Sohle nicht zu steif ist. Ein guter Laufschuh ist aber nicht nur auf den jeweiligen „Fußtyp“, sondern auch auf den Trainingszustand abgestimmt.

Deshalb raten Experten Laufanfängern wegen ihrer noch zu schwachen Muskulatur vom Barfußschuh ab. Fortgeschrittenen Läufern hingegen, die mehr als zweimal in der Woche trainieren, empfehlen sie, nicht nur ein Modell im Schrank zu haben, um dann die Laufschuhe regelmäßig wechseln zu können.

Im Übrigen kann auch der gewählte Untergrund Wunder bewirken – Trainierte sollten eher auf härterem, Untrainierte eher auf weicherem Boden laufen. Ebenso sind eine Analyse und Optimierung des eigenen Laufstils bei der Vorbeugung von Achillessehnenschmerzen hilfreich.

Weitere wichtige Voraussetzungen für eine uneingeschränkte Leistungsfähigkeit der Achillessehnen sind: eine individuell angemessene Laufintensität, eine flexible und kräftige Wadenmuskulatur sowie „entspannte“ Faszien. Neben durchdachten Trainingseinheiten unterstützen hierbei gezielte Dehn- sowie Faszienrollen-Übungen.

Welche Symptome sprechen für eine Achillessehnenreizung?

Nicht jedes Zwicken in der Fersenregion deutet gleich auf eine Verletzung der Achillessehne hin. Typisch für ein akutes Leiden der Achillessehne sind jedoch Schwellungen, Hautrötungen, Überwärmungen und Schmerzen.

Treten die Schmerzen nur während der Laufphase beim Joggen auf und gehen danach unmittelbar wieder weg, so sprechen Mediziner oft von Stadium Eins. Hier ist die Achillessehne gereizt. Ist die Achillessehne verdickt und schmerzhaft, auch nach der Belastung, so ist dann die Rede von Stadium Zwei, einer Achillessehnenentzündung.

In diesem Fall verursachen auch Bewegungen wie z. B. Treppensteigen starke Schmerzen. Auch sind oftmals Knötchen in der Sehne ertastbar. Stadium Drei, die chronische Entzündung, beginnt hingegen meist mit Anlaufschmerzen nach dem Aufstehen oder zu Beginn des Lauftrainings. Während der Bewegung lassen die Beschwerden oft nach, treten aber im Anschluss wieder auf.

Dass mit Reizungen oder Entzündungen der Achillessehne nicht zu spaßen ist, wird einem dann bewusst, wenn man weiß, dass sie oft der Auslöser für einen Achillessehnenriss sind. Denn nur selten entsteht ein Riss durch Gewalteinwirkung von außen. Der Riss wird häufig von einem peitschenartigen Knall begleitet und der Patient kann dann nicht mehr auf den Zehenspitzen des betroffenen Fußes stehen.

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Arzt oder Selbstbehandlung?

Zieht es immer wieder über der Hacke, so ist das ein deutliches Alarmsignal zum Arzt zu gehen und die Ursachen diagnostizieren zu lassen.

Die Behandlung der erkrankten Achillessehne richtet sich nach der Ursache und dem Stadium der Veränderungen. Bei einer verkürzten Wadenmuskulatur, die übrigens bei chronischen Verläufen in den meisten Fällen vorliegt, empfiehlt sich eine vorsichtige Dehngymnastik. Liegt die Ursache hingegen in verkürzten Faszien, so können gezielte Übungen mit der Faszienrolle die Durchblutung der Achillessehne anregen und bereits bestehende Beschwerden lindern oder sogar revidieren.

Auch können klassische, nicht-elastische Tapes oder dehnbare, kinesiologische Tapes die Behandlung der Achillessehne sinnvoll unterstützen. Die Sehne wird so entlastet, um eine Linderung von Symptomen wie Schmerzen und Schwellungen anzustreben. Bei leichten Beschwerden können im ersten Schritt auch schon Eis und Salben helfen. Zeigen sich Schmerzen, die beim Laufen nie nachlassen, verordnet der Arzt in der Regel zusätzlich ein entzündungshemmendes Mittel.

Wann kannst du wieder laufen?

Leichte Sprungübungen müssen problemlos möglich sein, bevor das regelmäßige Lauftraining wieder aufgenommen wird. Das braucht in der Regel etwa acht Wochen. Stellt sich nach zwei Wochen Selbstbehandlung keine Besserung ein, sollte auf alle Fälle ein Orthopäde oder Physiotherapeut aufgesucht werden.

Im Hinterkopf sollte man auch behalten, dass die individuelle Belastbarkeit des Bewegungsapparates sehr unterschiedlich ist. Es gibt immer wieder Betroffene, die trotz optimaler Einhaltung von Vorbeugemaßnahmen sehr schnell an die Grenze zur Überbelastung ihrer Achillessehnen kommen – z. B. Menschen mit einem Hohlfuß.

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