Werde jetzt Premium-Mitglied und spare 10% bei jedem Einkauf* Mehr Informationen
Verletzung

Seitenstechen: Nur nervig oder auch gefährlich? Und was hilft?

zur Artikelübersicht
Seitenstechen: Nur nervig oder auch gefährlich? Und was hilft? - 2

© Fotocredit: istockphoto.com/filadendron

Seit Wochen joggst du, hast dir die besten Laufschuhe gegönnt, dich gesund ernährt und trotzdem erwischt es dich! Die Rede ist vom Seitenstechen. Fast jeder – insbesondere Ausdauersportler – kennen dieses unangenehme Zwicken. Mediziner rätseln trotzdem noch über die Ursache. Klarer hingegen sind die Tipps, die Seitenstechen vorbeugen oder dagegen helfen.

Seitenstechen - woher kommt der Schmerz?

Ob bei Marathons oder beim Schul- und Freizeitsport: Immer wieder beobachtet man Menschen, die sich plötzlich mit verzerrtem Gesicht an ihren Bauch fassen – rechte oder linke Seite oder sogar beidseitig – und ungewollt eine Pause einlegen müssen. Fast jeder hat diesen Schmerz bei Seitenstechen, das bei körperlicher Belastung auftreten kann, schon einmal erfahren. Aber sowohl Mediziner als auch Betroffene scheuen anscheinend die Mühe, die hinter der Aufklärung des spontanen und darum schwer reproduzierbaren Phänomens „Seitenstechen“ steht.

Auch die Tatsachen, dass es von selbst verschwindet und die krampfartigen Schmerzen nicht gefährlich für die Gesundheit sind, bedingen, dass die Ursachenforschung nicht forciert wird.

Über die Entstehungsmechanismen von Seitenstechen gibt es unterschiedliche Theorien. Sehr wahrscheinlich ist, dass Seitenstechen oft eine Kombination aus verschiedenen Gründen ist.

Eine weit verbreitete Ansicht ist beispielsweise die Bluttheorie: Unter Belastung steigt die Durchblutung der arbeitenden Muskulatur um ein Vielfaches. Gleichzeitig sinkt die Blutversorgung von Leber und Milz, wodurch sich die Organe verformen und ein schmerzhafter Zug auf die bindegewebsartigen Strukturen entsteht. Ein anderer Ansatz hängt damit zusammen, dass der Mensch täglich etwa drei Liter Gas produziert. Durch die Erschütterungen beim Laufen kann sich in den Ecken des Dickdarms eine „Gasblase“ bilden. Sie dehnt den Darm aus und verursacht Schmerzen.

Ebenso könnte aber auch das Zwerchfell, was gegebenenfalls unter starker Belastung mit zu wenig sauerstoffreichem Blut versorgt wird, die krampfartigen Schmerzen auslösen. Auch eine Verdauungsursache könnte plausibel sein: Wer kurz vor dem Laufen isst, reizt eventuell den Magen. Einige wiederum sehen den Grund in einer schlechten Körperhaltung: Läuft der Mensch gekrümmt, so kann schmerzauslösender Druck auf die Nerven zwischen den Rippen ausgeübt werden.

Seitenstechen: Nur nervig oder auch gefährlich? Und was hilft? - 3

© Fotocredit: istockphoto.com/Drazen_

So kannst du Seitenstechen vermeiden

„Ich bin doch keine Maschine!“ singt Tim Bendzko in seinem gleichnamigen Song. Dieser Gedanke sollte uns auch bei Seitenstechen weiterbringen. Ebenso das Wissen, dass unsere Körper nicht gleich sind. Wer Seitenstechen vermeiden will, sollte darum generell das Sportprogramm den eigenen Fähigkeiten anpassen. Das heißt: Egal ob Gelegenheitsläufer oder professioneller Ausdauerathlet, gesunde Jogging-Einheiten beginnen mit einem entspannten Warm-up. Erst dann wird nach und nach die Intensität gesteigert. So hat der Körper Zeit, um die Durchblutung langsam an die körperliche Belastung anzupassen. Dabei sollte man bedenken, dass Dauer- und Hochleistungssportler in der Regel ein Stück weit besser vor Seitenstechen gefeit sind. Warum? Weil deren Körper es bereits gelernt haben, schnell umzuschalten.

Ein wesentlicher Aspekt ist zudem die richtige Atmung. Bedeutet: Nicht flach in die Brust, sondern tief und regelmäßig in den Bauch atmen. Mit dieser Atemübung kann das Zwerchfell entspannt nach oben und unten senken. Dazu: Haltung bewahren. Ein krummer Rücken erhöht den Druck auf die Bauchhöhle – und damit auf Zwerchfell, Leber, Milz und Darm. Und last but not least: Nicht zu viel, insbesondere schweres oder blähendes, Essen vor dem Sport zu sich nehmen. Denn je stärker unser Darm gefüllt ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass das Zwerchfell gestört wird oder Luft stecken bleibt.

Seitenstechen: Nur nervig oder auch gefährlich? Und was hilft? - 4

© Fotocredit: istockphoto.com/praetorianphoto

Seitenstechen gekonnt entgegensteuern

Wer trotzdem Seitenstechen bekommt, macht oftmals automatisch das Richtige: Er schaltet einen Gang herunter und drosselt das Tempo oder legt sogar eine kurze Pause ein. Meistens hört das Seitenstechen dann auf. Wird der Gang jedoch wieder hochgeschaltet, kommt das Seitenstechen mitunter zurück. Jetzt heißt es, noch einmal intensiv in sich hineinhören: Tief und regelmäßig in den Bauch atmen, sich aufrichten, die Arme hochnehmen, die Hände auf die schmerzende Stelle pressen – letztlich können all die Maßnahmen, die den Verdauungsapparat massieren, zu einer Besserung führen. Was jedoch im Einzelfall am besten hilft, ist schwer vorherzusagen. Jeder muss es selbst herausfinden.

Kategorien:
  • Verletzung
  • Körper & Gesundheit

Weitere Artikel

Seitenstechen: Einfache Tipps, die helfen! - 1
  • Körper & Gesundheit
  • Prävention & Rehabilitation

Blackroll-Training: Wie Läufer davon profitieren

Seitenstechen: Einfache Tipps, die helfen! - 2
  • Körper & Gesundheit
  • Prävention & Rehabilitation

Warm Up und Cool Down für Läufer

Seitenstechen: Einfache Tipps, die helfen! - 3
  • Körper & Gesundheit
  • Gesundheit

LWS-Syndrom: Auch Läufer kann es treffen

Seitenstechen: Einfache Tipps, die helfen! - 4
  • Körper & Gesundheit
  • Gesundheit

Abnehmen durch Laufen: So geht‘s

Seitenstechen: Einfache Tipps, die helfen! - 5
  • Körper & Gesundheit
  • Verletzung

Bänderdehnung oder -riss – Ursachen, Symptome und Behandlung

NICHT VERPASSEN

Melde dich jetzt für unseren Newsletter an: sichere dir deinen 10 € Gutschein* und erfahre regelmäßig von exklusiven Angeboten und Pre-Sales.

Vorname (optional)
Nachname (optional)

Vielen Dank!

Bitte aktiviere dein Abonnement mit dem Link in der E-Mail, die wir dir soeben gesendet haben.